Erlaufsee, Zeller Hut im Hintergrund Grosser Kainz Erlaufursprung Blick zur Bürgeralpe Blick vom Gemeindealpe-Wanderweg zu den Zellerhüten Blick von der Bürgeralpe Blick von der Gemeindealpe

Erlaufsee, Zeller Hut im Hintergrund

Grosser Kainz

Erlaufursprung

Blick zur Bürgeralpe

Blick vom Gemeindealpe-Wanderweg zu den Zellerhüten

Blick von der Bürgeralpe

Blick von der Gemeindealpe

Neben der bereits unter Erlaufursprung beschriebenen Siphonhöhle gibt es im Gebiet der Gemeindealpe weitere Höhlen. Die hier angeführten Beschreibungen und Skizzen beruhen auf Forschungen von Dr. Franz Waldner aus dem Jahr 1941 und späteren Erkenntnissen lt. „Die Höhlen Niederösterreichs“.

Ebenfalls aus diesem 1985 erschienen Buch, Band 3 (sh. Quellenverzeichnis) stammt der nachstehende Höhlen-Lageplan. Die Nummern sind bei den Höhlennamen in Klammer angegeben.

Hoehle-Erlaufursprung

Alte Skizzen zum Erlaufursprung und einigen weiteren Höhlen im Bereich des Erlaufsee-Einzugsgebiets finden sich unter

http://noel.gv.at/externeseiten/ru5/nsb/c21e38a1-8c98-44d6-8edb-fe946f5ae67f.pdf und

http://noel.gv.at/externeseiten/ru5/nsb/2e143949-56af-4ca7-a840-259c995b5e2b.pdf

Wir warnen ausdrücklich davor, die nachstehend beschriebenen Höhlen ohne entsprechende Ausrüstung und Erfahrung zu begehen und übernehmen keinerlei Haftung für Unfälle.

Feldwiesschacht (Wetterloch) [2]

Seehöhe 1.435 m, L 224 m, H -52 m, Dachsteinkalk.

Diese Höhle befindet sich 300 bis 400 m südsüdöstlich des Gipfels der Breimauer, westlich der Gemeindealpe.

Der 19 m tiefe Schacht erweitert sich nach der 5 m x 4 m großen Einstiegsöffnung flaschenartig zu einer eindrucksvollen Halle mit 35 m Länge und 20 m Breite und einem Boden aus Blockwerk und Schuttmaterial. Im Südosten dieser Halle beginnt ein durch eine Versturzzone erreichbarer, niederer, schichtgebundener Höhlenteil, der zum 12 m tiefen Abstieg in die 7 m x 6 m große und 10 bis 15 m hohe Sinterhalle leitet, wo der tiefste Punkt der Höhle liegt. Im Nordosten der Einstiegshalle befindet sich die bis zu 3 m hohe und kleine Wasserbecken aufweisende Tropfsteinkammer. Im Westen der Einstiegshalle liegen zwei etwa 10 m hohe Schlote. In der Höhle wurden Elchknochen gefunden.

Galmeiloch [4]

Seehöhe 1.370 m, L 226 m, H -68 m, Dachsteinkalk.

In einer Trichterdoline südöstlich der Brunnsteinalm, nördlich des Zellerrains. Weitere Namen: Gomainlucke, Gumeilloch, Gumenloch.

In der etwa 10 m x 5 m großen Einstiegsdoline steigt man zuerst senkrecht, dann steil zum eigentlichen Höhleneingang ab, dem die Vorhalle folgt. An deren Ostseite befinden sich etliche Abstiegsmöglichkeiten (15 bis 20 m) in den Nixgräberdom. Es ist dies eine Halle mit 70 m Länge, 10 bis 20 m Breite und bis zu 20 m Höhe. Beim tiefsten Punkt (68 m) setzt ein enger, 15 m langer Kluftgang an. Der östliche Teil der Höhle wird durch die Trümmerberghalle gebildet, die durch riesige Versturzblöcke in kleine Räume aufgegliedert scheint. Im Süden des Nixgräberdoms setzen zwei canyonartige Fortsetzungen an, die schöne Bergmilchbildungen aufweisen.

Zu Nixablagerungen (Galmei) kommt es in der ganzen Höhle. Das Nix (verfestigte Bergmilch) liegt an manchen Stellen 20 bis 30 cm mächtig auf. Das Nixbergwerk, es handelt sich hier um den dort an der Südwand erkennbaren Abbau des Galmei und die primitive Einrichtung, wie Holzleitern und Holztrümmer, zeugen von einem schwungvoll betriebenen Bergwerk. Das in der Höhle auftretende Galmei ist ein Zinkoxyd, das durch basische Verbindung zu einer plastischen und nach einiger Zeit erhärtenden Masse wird. Es wurde von der Bevölkerung zum Putzen von Metall, aber auch zum Formen von Gegenständen verwendet. Die seinerzeitigen Mariazeller Devotionalienerzeuger und –händler fertigten daraus Andenkenartikel. Auch beim Bau der Kirche in Mitterbach soll Galmei Verwendung gefunden haben.  

Ergänzend sei erwähnt, dass im 18. Jahrhundert von den etwa 30 Mariazeller Andenkenhändlern, die ihre „Standln“ innerhalb der Kirchenmauer hatten, auch der „Himmelstein“ für Andenkenartikel verwendet wurde. Der Himmelstein ist ein himmelblauer Gips aus dem Abbau im Rotwald, unweit von Mariazell.

Seit 1942 ist das Galmeiloch als Naturdenkmal im Grundbuch registriert und steht unter besonderem Schutz.

Gamslucke [5]

Seehöhe Haupteingang 1.273 m

Seehöhe Lichtschacht 1.253 m

Seehöhe Nordschacht 1.287 m

Seehöhe Grubenmauernschacht 1.292 m

L 915 m, H 64 m (+17 m, - 47 m, bezogen auf den Haupteingang), Dachsteinkalk.

Der Haupteingang dieser Höhle befindet sich am Fuß einer 6 m hohen Felsstufe im untersten Bereich der Grubenmauer, westlich der Gemeindealpe.

Die an O-W bzw. NO-SW verlaufenden Klüften angelegte Höhle weist vier Tagöffnungen auf und ist in mehrere, sich teilweise überlagernde Labyrinthe gegliedert.

Der mannshohe Haupteingang leitet in einen 5 bis 6 m hohen, west-ost verlaufenden Kluftgang (Südkluft), der mehrere Fortsetzungen besitzt. Im Westen gelangt man am Lichtschacht vorbei steil aufwärts zu einem 4 m tiefen Schacht, der in die Eiskeulenhalle abbricht. In den westlich weiterführenden Gang mündet knapp vor dessen Ende jener äußerst enge Schluf, der die Verbindung zum 18 m tiefen Grubenmauernschacht, der lediglich eine kurze Fortsetzung aufweist, bildet.

Nahe des Haupteinganges kann man durch drei enge Spalten ostwärts in eine parallel verlaufende Kluftstrecke absteigen. Diese endet in südöstlicher Richtung mit einem 8 m tiefen Endschacht. Kurz vorher setzt ein Schluf an, der das südliche Kluftsystem mit dem zentralen Teil der Höhle – der Mitterbachhalle – und dem nördlichen Teil des Systems – der Nordkluft – verbindet.

Die Nordkluft ist auch von außen durch den Nordschacht mittels eines 10 m tiefen Abstieges zu erreichen. Ein anschließendes Schachtsystem mit einigen kurzen Fortsetzungen bricht in Stufen bis zum Grund der Mitterbachhalle ab. Der kürzeste Zustieg zu dieser 10 m x 20 m großen und 18 m hohen Halle erfolgt durch eine enge Gangstrecke kurz nach dem Haupteingang, die nach 10 m canyonartigen Charakters an der Decke der Halle einmündet.

Im niederen Ostteil der Mitterbachhalle führt eine 1 m x 1 m große Öffnung zwischen Blockwerk 5 m tief zu einem hauptsächlich O-W verlaufenden Gangsystem, dem Irrgarten, der die Mitterbachhalle zum Großteil unterlagert. Diese 200 m langen, meist sehr engen Gangstrecken sind an O-W verlaufenden, steil einfallenden Klüften angelegt.

Gemeindealpenhöhle [7]

Seehöhe 1.510 m, L 60 m, H 16 m (+ 2 m, -14 m), Dachsteinkalk.

Liegt in einem Latschenfeld auf der Südostseite der Gemeindealpe.

Vom Einstieg (1 m x 1,5 m) gelangt man in 5 m Tiefe zu einer Engstelle. Dahinter setzen, von einem 5 m x 2 m großen Raum ausgehend, zwei parallele Kluftgänge an. Der südliche steigt steil an und endet mit einem 5 m hohen Schlot, der nördliche, engere Gang mündet in eine Querkluft. Diese fällt von N nach S steil ab und endet beim tiefsten Punkt der Höhle verstürzt. Tropfsteinbildungen.

Halterlucke [8]

Seehöhe 1.260 m, L 17 m, H +5 m, Dachsteinkalk.

In einer kleinen Felswand östlich der Grubenmauer, am rechten Hang des Grabens südlich vom Eisernen Herrgott.

An der Westseite des halbhöhlenartigen Eingangs (4 m x 1 m) führt ein 2 m langer, sehr enger Schluf in einen 5 m x 5 m großen Höhlenraum, der durch zwei unbefahrbar enge Tagöffnungen mit der Außenwelt in Verbindung steht.

Mitterkeilloch [9]

Seehöhe 1.395 m, L 8 m, H -3 m, Dachsteinkalk.

An der nordöstlichen Kante des Mitterkeils, nordwestlich des Gemeindealpengipfels.

Durch den 1 m x 1 m großen Einstieg gelangt man in 2 m Tiefe in einen 3 m breiten, 1,5 m hohen Schichtfugenraum. Die südlich ansetzende, steil abwärts führende Fortsetzung endet verstürzt.

Mückenschacht [10]

Seehöhe 1.500 m, L 9 m, H -9 m, Dachsteinkalk.

Diese Höhle liegt im Latschengestrüpp des obersten Teils des Ostkars der Gemeindealpe, nordöstlich des Gemeindealpengipfels.

An einer NO-SW verlaufenden Kluft angelegter Schacht mit 2 m x 1,5 m großem Einstieg, der 7 m x 2,5 m große Grund ist erd- und schuttbedeckt.

Höhle beim Eisernen Herrgott [12]

Seehöhe 1.350 m, L 64 m, H 27 m (+ 7 m, -20 m), Dachsteinkalk.

Am Fuß einer 3 m hohen, 50 m langen Felsstufe im Graben südlich vom Eisernen Herrgott.

Der steil abwärts führende, 1 m x 2 m messende Eingangsteil bricht nach kurzer Strecke 6 m tief in einen bis zu 14 m hohen Raum ab. Im Nordosten dieses Raumes setzt ein Schlot an, in dem sich der höchste Punkt der Höhle befindet. Im Süden dieses Raumes leitet ein 4 m langer, 1 m hoher Gang zu einem 7 m tiefen Abbruch in einen weiteren hohen Raum mit steil abfallendem Blockboden.

Wetterloch (Feldwiesenhöhle) [15]

Seehöhe 1.270 m, L 20 m, H -9 m, Dachsteinkalk.

Im hinteren Teil eines ehemaligen Steinbruchs auf der Engleitenalm, 10 m neben dem markierten Weg, westlich der Gemeindealpe.

Die Einstiegsöffnung des 9 m tiefen Schachtes ist 9 m x 3 m groß. Im NO des schutt- und firnbedeckten Schachtgrundes setzt eine unbefahrbar eng werdende, schichtgebundene Fortsetzung an. Durch Klüfte, die in die Tiefe führen, findet eine Wetterbewegung statt, bei der es durch den Wechsel von Kalt- und Warmluftströmen zu Nebelbildungen kommt. Daher gab der Volksmund den Namen „Wetterloch“. Fund von Elchknochen.

Grubenmauernhöhle [19]

Seehöhe 1.296 m, L 38 m, H 12 m (+ 4 m, -8 m), Dachsteinkalk.

Am Fuß der Grubenmauer, 70 m westlich des Gamslucken-Haupteingangs.

Durch das 5 m breite, bis zu 2 m hohe Portal gelangt man in einen Höhlenraum mit Verwerfungen und Klüften. Zwischen Blöcken, die eine Gliederung in Einzelräume bewirken, erreicht man nach Norden eine kleine Seitenkammer. Gegen Nordosten leitet ein enger, über lockeren Blockschutt führender Abstieg zum tiefsten Punkt der Höhle. Hier befindet sich im Südteil eine kleine unbefahrbare Tagöffnung.

Breimauernkluft [31]

Seehöhe 1.410 m, L 10 m, H +6 m, Dachsteinkalk.

Am Fuß der Breimauer westlich des Gipfels, westlich der Gemeindealpe.

Durch den engen Eingangsteil gelangt man in einen 1 m breiten, bis 6 m hohen, erkletterbaren Kluftraum.

Breimauernhöhle [32]

Seehöhe 1.430 m, L 15 m, H 4 m (+ 1 m, -3 m), Dachsteinkalk.

Am Fuß der Breimauer, an deren östlichem Ende.

Der Einstieg ist 4 m x 1 m groß. In 1,5 m Tiefe befindet sich ein Zwischenboden, der die Höhle in zwei Etagen teilt, die parallel zur Felswand verlaufen.

Blockburg [33]

Seehöhe 1.460 m, L 70 m, H -14 m, Dachsteinkalk.

In einem Bergschlipfgebiet am östlichen Ende der Breimauer, westlich der Gemeindealpe.

Zwei 9 m x 3 m große und 6 m tiefe Dolinen sind durch kurze Gangstrecken verbunden. Die von den Dolinen ausgehenden, ebenfalls kurzen Fortsetzungen liegen in labilem Blockwerk. Eine mögliche Fortsetzung befindet sich am derzeit (1974) tiefsten Punkt der Höhle (Wetterführung, versturzgefährdet!)

Schwaigeralmschacht [35]

Seehöhe 1.223 m, L 13 m, H -9 m, Dachsteinkalk.

Am Fuß einer 10 bis 15 m hohen Felswand westlich der ehemaligen Schwaigeralm, südöstlich der Engleitenalm.

Vom 1 m x 0,5 m großen Einstieg gelangt man in 5 m Tiefe in einen 4 m langen Kluftraum, von dessen Nordseite man durch eine Engstelle 4 m bis zum lehmigen Grund eines zweiten Raumes absteigen kann.

Aasloch [36]

Seehöhe 1.287 m, L 17 m, H -7 m, Dachsteinkalk.

Unterhalb der Grubenmauer, 1.287 m Seehöhe, Länge 17 m, Tiefe 7 m.

Durch den 1 m x 0,5 m großen, unscheinbaren Einschlupf kann man entweder direkt oder durch einen südwestlich verlaufenden Kluftgang 7 m bis zum tiefsten Punkt der Höhle absteigen. Im Nordosten des Kluftgangs besteht eine unbefahrbar enge Verbindung mit der Außenwelt. 3 m westlich vom Aasloch befindet sich ein knapp 5 m langes engräumiges Objekt, das im Höhlenkataster nicht extra registriert ist.

Breimauernhorst [37]

Seehöhe 1.485 m, L 8 m, H -3 m, Dachsteinkalk.

10 m westlich des Breimauergipfels, westlich der Gemeindealpe

Vom dolmenartigen Einstieg leitet ein 2 m breiter und bis zu 3 m hoher Gang abwärts.

Breimauernschlot [38]

Seehöhe 1.430 m, L 6 m, H +4 m, Dachsteinkalk.

Am Fuß der Breimauer, nördlich des Gipfels, westlich der Gemeindealpe.

Unmittelbar nach dem 1,5 m hohen Portal erreicht man über einer 2 m hohen Kletterstufe den steil ansteigenden Endteil der Höhle.

Deckelschacht [40]

Seehöhe 1.289 m, L 9 m, H -8 m, Dachsteinkalk.

Unterhalb der Grubenmauer, 25 m NW der Gamslucke.

Ein 2 m langer, enger, erdiger Einstiegsschluf leitet in eine kleine Kammer, die in einen 6 m tiefen Schacht mit 4 m x 1,5 m großem Grund abbricht.

Schwaigeralmschlot [41]

Seehöhe 1.243 m, L 9 m, H +8m, Dachsteinkalk.

8 m über dem Fuß einer Felswand, über ein Felsband erreichbar, nördlich der ehemaligen Schwaigeralm.

Knapp nach dem 5 m x 2,5 m großen Portal setzt ein 8 m hoher, fast senkrechter Schlot an, der am höchsten Punkt eine kleine Raumerweiterung aufweist.